Verkehrszahlen sprechen gegen Ostumfahrung

(Quelle: Amt der NÖ Landesregierung, Abt ST3 Landesstraßenplanung - April 2015; Daten Verkehrsbelastungen: Sammer & Partner Ziviltechniker GmbH - DI Dr. Gerald Röschel) - Grafikaufbereitung: Radlobby / Karl Zauner 
Radlobby präsentierte vom Land Niederösterreich bisher unter Verschluss gehaltene Verkehrsdaten.

Volles Haus im Bildungszentrum: 140 AnrainerInnen und Interessierte kamen zum Diskussionsabend "Ostumfahrung: Sinn oder Unsinn". Bei der von der Bürgerinitiative "Ostumfahrung - So nicht!", Radlobby und Grünen organisierten Veranstaltung stellte sich kein einziger politischer Vertreter aus dem Neustädter Gemeinderat der Debatte. Die vom Land Niederösterreich selbst in Auftrag gegebenen Verkehrszahlen sprechen eindeutig gegen den Bau der Ostumfahrung. Alternativen gibt es.

Auf Wiener Neustadt rollt mit der Ostumfahrung eine Verkehrslawine zu


Das Gesamtverkehrsaufkommen auf der Nord-Süd-Achse steigt um 50 %. Der Verkehr in der Nestroystraße geht um 24 % und in der Grazer Straße um 7 % nach oben. Kritik übt Hannes Höller von der Radlobby: „Bis zuletzt haben Neustadts Politikerinnen und Politiker die Notwendigkeit der Umfahrung damit begründet, dass die Anrainerinnen und Anrainer vom derzeit viel zu hohen Verkehrsaufkommen entlastet werden. Die Zahlen zeigen jetzt, dass die Umfahrung das nicht bringt – im Gegenteil. Wir hätten das gestern gerne mit der Politik diskutiert. Das Desinteresse an den Sorgen und Anliegen der Betroffenen ist augenscheinlich. Die Ostumfahrung soll durchgeboxt werden – auf eine nachvollziehbare Begründung wird verzichtet. Alternativen werden gar nicht erst in Betracht gezogen oder untersucht.“

Es gibt Alternativen zur Ostumfahrung


Diese gibt es, wie Verkehrsplaner Ulrich Leth von der TU Wien klar machte. Er präsentierte nationale und internationale Beispiele. Auch Wiener Neustadt könnte das aufgreifen. Der Verkehr würde nicht zusammenbrechen – auch das konnte der Verkehrsplaner anhand anderer Städte sehr gut zeigen. Dazu ist ein Maßnahmenpaket nötig, das bereits kurzfristig Wirkung zeigt:

  • Verkehrsberuhigende Maßnahmen in der Nestroystraße-Lorenzgasse-Stadionstraße, Neudörfler Straße, Ungargasse und Pottendorfer Straße
  • durchgehende breitere Radwege, teilweise breitere Fußwege
  • Temporeduktion in bestimmten Abschnitten
  • Rückbau der Grazer Straße – Stichwort „Boulevard“
  • Ausbau und Attraktivierung des Bussystems 


Radlobby lädt zu Rundem Tisch



„Wir wollen über Fakten reden. Wir werden jetzt allen Gemeinderätinnen und Gemeinderäten die Verkehrszahlen, die sie bisher vom Land NÖ nicht erhalten haben, zukommen lassen. Wir werden zudem auch betroffene AnrainerInnen und Interessierte offensiv mit Infos beliefern und starten auf der Website www.ostumfahrung.at eine Serie „Antworten auf die häufigsten Fragen“. Zudem laden wir Bürgermeister Schneeberger und alle anderen Parteien zu einer Diskussion ein. Unser Vorschlag ist ein Runder Tisch mit der Bürgerinitiative im Rathaus. Dass die Ostumfahrung nicht zukunftsfähig ist und frustrierte Anrainerinnen und Anrainer hinterlässt, ist spätestens seit der Diskussion gestern klar“, so Hannes Höller von der Radlobby Wiener Neustadt.


(Quelle: Amt der NÖ Landesregierung, Abt ST3 Landesstraßenplanung - April 2015; Daten Verkehrsbelastungen: Sammer & Partner Ziviltechniker GmbH - DI Dr. Gerald Röschel) - Grafikaufbereitung: Radlobby / Karl Zauner 

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