Sonntag, 16. Oktober 2016

Infoabend: Großes Interesse an UVP-Verfahren

Sorge vor Lärm, Abgasen und Zerstörung eines der letzten natürlichen Naherholungsgebieten in der Umgebung. Ungewissheit über das anstehende UVP-Verfahren. Gleichzeitig aber auch Bereitschaft, sich für seine Rechte einzusetzen.

Über 70 Anrainerinnen und Anrainer informierten sich beim von Radlobby, Grünen Wiener Neustadt und Bürgerinitiative "Ostumfahrung - So nicht!" organisierten Infoabend über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP). Einer der Top-Experten auf diesem Gebiet in Österreich, Wolfgang Rehm von der Umweltorganisation VIRUS, klärte über Rechte, Fristen und den Verfahrensablauf auf. Er plauderte aber auch aus dem Nähkästchen, verriet Tipps und machte auch eines klar: Bei der Ostumfahrung wird ein vereinfachtes Verfahren angewandt – das ist alles andere als förderlich für die Durchsetzung der Rechte der Anrainerinnen und Anrainer.
Präsentation von Wolfgang Rehm


Wolfgang Rehm (Umweltorganisation VIRUS) beim Vortrag im Bildungszentrum St. Bernhard.
„Knapp zwei Stunden hat der Infoabend gedauert. Es hat sich gezeigt, dass die Verunsicherung und der Mangel an Informationen sehr groß sind. Ein Anrainer hat die Informationspolitik von Land und Stadt schön auf den Punkt gebracht: Wenn sie nichts zu verbergen haben, können sie ja alles offenlegen“, so Hannes Höller von der Radlobby Wiener Neustadt.

Erste Anlaufstelle & Geld aus Fonds

Viele AnrainerInnen zeigten Interesse, sich im UVP-Verfahren einzubringen. Erste Anlaufstelle für alle Betroffenen ist die von der Bürgerinitiative „Ostumfahrung – So nicht!“ eingerichtete Website www.ostumfahrung.at. Neben Infos zum Trassenverlauf sowie zum betroffenen Gebiet, Verkehrsdaten & -Prognosen des Landes, Presseaussendungen und Medienberichten gibt es auch Infos zur Umweltverträglichkeitsprüfung. „Als besonderes Service haben wir einen E-Mailbenachrichtungsdienst eingerichtet. Trägt man sich ein, erhält man immer die neuesten Infos zur Ostumfahrung“, so Georg Panovsky von der Bürgerinitiative „Ostumfahrung – So nicht!“.

Tanja Windbüchler-Souschill von den Grünen sieht in der Einbindung der Anrainer und Anrainerinnen die politische Verantwortung. „Leider gibt es keinen offenen Planungsprozess, deshalb müssen Zivilgesellschaft und Grüne gemeinsam hier informieren und auch aufrufen, dass sich ein Engagement im UVP-Verfahren lohnt". Die Grünen sagten den Betroffenen auch Unterstützung zu: „Wir haben vor 25 Jahren einen Unterstützungsfonds für Bürgerinitiativen eingerichtet, der aus Beiträgen von allen Grünen Abgeordneten gespeist wird. Unterstützt werden in erster Linie Rechtsschritte in Verfahren wie Kosten für RechtsanwältInnen oder Sachverständige.“

Donnerstag, 22. September 2016

Umweltverträglichkeitsprüfung Ostumfahrung: Ab Ostern wird’s ernst


* Notizen über ein Informationsgespräch über den weiteren Ablauf bei der Ostumfahrung, insbesonders über das Verfahren zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP). 

Teilnehmer:


DI Christof Dauda, Leiter Abteilung Landesstraßenplanung 
DI Marianne Büchinger, Landesstraßenplanung, Planung Süd
Georg Panovsky, "Ostumfahrung - So nicht!"
Zeit: Montag, 19. September, 16 Uhr bis 17.20 Uhr
Ort: Straßenmeisterei, Günser Straße, Wiener Neustadt

DI Dauda und DI Büchinger informieren über den weiteren Ablauf und die zeitliche Planung.

Aktueller Stand: Die UVP wurde gestartet. Was derzeit erfolgt sind inhaltliche Prüfungen, anschließend kommt es zu einer Prüfung auf Sachverständigenebene. Hier können noch Änderungen erfolgen. Mit einer öffentlichen Auflage der UVP rechnet der Straßenbaudirektor im ersten Halbjahr 2017. Sein Tipp: Ostern. Ab dann beginnen die für Einwendungen von Anrainern/Nachbarn, Bürgerinitiativen, Umweltorganisationen mit Parteienstellung relevanten Fristenläufe (sechs Wochen). Dauda: „Ich hätte es gerne vor den Sommerferien abgeschlossen“.

Dauda glaubt, dass die Unterlagen eventuell per Download zur Verfügung gestellt werden; ist sich diesbezüglich aber gar nicht sicher. Jedenfalls werden die Unterlagen auf den jeweiligen Gemeinden (Standortgemeinden), also Lichtenwörth, Wiener Neustadt und Eggendorf, aufliegen.

Die öffentliche Auflage würde sich „herumsprechen“; wird auf den Gemeinden, im Amtsblatt der Wiener Zeitung (Dauda war sich da aber nicht ganz sicher) bzw. auf der Homepage des Landes veröffentlicht.

Per E-Mail wurde am folgenden Tag durch Frau DI Büchinger eine Information darüber zugesagt, sobald die öffentliche Auflage der UVP erfolgt. 

Stand Lichtenwörth: Dauda dementiert Berichte, wonach das Land bereits mit den Lichtenwörthern Landwirten verhandle und weit überhöhte Preise für die Abtretung der Grundstücke zahle. Das Land werde erst nach der UVP verhandeln und normale Preise bezahlen. "Die Vernunft wird einkehren".

Bei der Ostumfahrung kommt das so genannte vereinfachte UVP-Verfahren zur Anwendung. Dauda rechnet, dass bestimmte Auflagen gemacht werden bzw. im Rahmen des UVP-Verfahrens Änderungen erfolgen können. Auflagen können z.B. die Aufforstung der nicht mehr nutzbaren Gebiete zwischen Warmer Fischa und Ostumfahrung sein bzw. auch Auflagen bzw. möglichst schonender Bauarbeiten. Denkbar ist auch, dass die vorgeschriebenen Ersatzpflanzungen nicht irgendwo in weiter Ferne, sondern vor Ort vorgenommen werden.

Anmerkung: Das heißt nichts anderes, als das die derzeit angepriesenen Kompensationsmaßnahmen (s. auch Brief von Bgm. Klaus Schneeberger vom 5. September) eigentlich gar nicht in dem betroffenen Gebiet erfolgen müssen (Dauda: "Wir können auch einen Hang in der Buckligen Welt aufforsten, das zählt dann als Kompensation.").


Eine Tieflage der Ostumfahrung ist durchaus möglich („Wir fliegen zum Mond, da werden wir das auch schaffen.“). Die Straßenplaner glauben, dass das mindestens das Doppelte der derzeit veranschlagten Kosten – das sind rund 32 Mio. Euro – ausmachen würde. Das sei nicht vertretbar (Steuergelder). Dass die Tieflage bei der Nordspange erfolgt ist, sei auf seltene Vogelarten zurückzuführen.

* Anmerkung: Hierbei handelt es sich um ein Gedächtnisprotokoll, das nach bestem Wissen zusammengestellt wurde. Eine 100-prozentige Gewähr auf Richtigkeit kann nicht gegeben werden.

Ab sofort werden auf der Seite "Umweltverträglichkeitsprüfung - Dokumente und Infos" relevante Unterlagen zum Thema UVP allgemein bzw. Wiener Neustadt veröffentlicht. 

Sonntag, 21. August 2016

Ein Projekt zu Lasten der Anrainer

Offener Brief an Bgm. Klaus Schneeberger und Vizebgm. Horst Karas


Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrter Herr Vizebürgermeister!

Wir erleben bei der von Ihnen ins Leben gerufenen bzw. unterstützten Aktion "Pro Ostumfahrung" leider Altbekanntes. Während einerseits mit einer Entlastung, die sich aus den Zahlen der Straßenplaner nicht darstellen lässt, für die Ostumfahrung geworben wird, kommen die Anrainer als von der Trassenführung negativ Betroffene überhaupt nicht vor.

Über uns als betroffene Bürger soll im wahrsten Sinn des Wortes drübergefahren werden. Unsere Interessen werden ignoriert. Was mich und viele andere Anrainer maßlos ärgert: Sind wir denn keine Bürger dieser Stadt? Immer wird nur von den Entlastungen gesprochen, die angeblich für bestimmte Stadtteile erreicht werden. Dass wir als Anrainer aber ganz massiv unter der Ostumfahrung zu leiden haben werden, ist keinem ein Wort wert. Es wird vom Wohle der Stadt gesprochen - aber was ist mit unserem Wohl? Das kümmert scheinbar keinen.

Auch der Naturschutz ist kein Thema - immerhin ist durch die Ostumfahrung ein Naturschutzgebiet betroffen. Über mehrere Kilometer wird das Landschaftsbild massiv beeinträchtigt und wertvolles Ackerland vernichtet.

Die Ostumfahrung ist für uns Anrainer eine Katastrophe, sie richtet enormen Schaden an.


  • Für die Landschaft: Die Ostumfahrung ist kein harmloses Straßerl, wie die Bildsprache der Initiative Pro Ostumfahrung suggeriert. Die Ostumfahrung ist ein "Riesending". Während die Nordspange praktisch durchgehend tiefgelegt wurde, wird die Ostumfahrung als "Billiglösung" gänzlich über Bodenniveau geführt. Die Straße durchschneidet als im ersten Abschnitt bis zu elfeinhalb Meter hoher Wall bisher weitgehend unberührtes Gebiet. 
  • Für die Natur: Das Naturschutzgebiet Warme Fischa (offizielle Bezeichnung „Natura-2000-Gebiet Leithaauen“) und Landschaftsteile, die zu den schönsten von Wiener Neustadt gehören, werden wesentlich  in Mitleidenschaft gezogen.
  • Für uns Anrainer: Für uns Anrainer bedeutet die Ostumfahrung eine wesentliche Einschränkung unserer bisherigen Lebens- und Wohnqualität. Es wird zu einer teilweise drastischen Wertminderung von Grundstücken, Wohnungen und Häusern kommen. Betroffen sind mehrere Stadtteile (altes Siedlungsgebiet im Nordosten der Stadt - Lichtenwörther Straße und angrenzende, aber auch neuere Siedlungen wie Kleines Lazarett und Siedlungsgebiet um die Stampfgasse). 


Die von mir initiierte Petition "Ostumfahrung - So nicht!" wurde in den vergangenen Monaten von über 500 großteils direkt betroffenen Bürgerinnen und Bürgern unterzeichnet. Im Namen dieser Anrainerinnen und Anrainer habe ich an Sie als Bürgermeister bzw. als Vertreter der stimmen- und mandatsstärksten Partei folgende Fragen:


  • Die Ostumfahrung geht auf Planungen aus den 70er-Jahren des vorigen Jahrhunderts zurück. Werden Sie sich dafür einsetzen, dass das gesamte Projekt neu gestartet wird - auf Basis einer ganzheitlichen und tatsächlich zeitgemäßen Verkehrsplanung, mit einer umfassenden Verkehrserhebung und Analyse und mit einer echten Bürgerbeteiligung?
  • Sollte die Ostumfahrung dennoch gebaut werden: Werden Sie sich für eine Trassenführung einsetzen, die für Anrainer und Natur eine geringere Beeinträchtigung bedeutet? Während dort, wo praktisch niemand wohnt (Nordspange), die Straße tiefgelegt wurde, wird die Ostumfahrung durchgehend über Bodenniveau geführt. Eine Tieflegung würde einen höheren Aufwand bedeuten, die Beeinträchtigung für Anrainer aber erheblich verringern. Viele Menschen im Kleinen Lazarett haben sich übrigens im Vertrauen auf diese Variante dort angesiedelt.


Ich ersuche Sie um Ihre Antworten. Diese werden veröffentlicht.

Mit besten Grüßen

5. September: Antwort von Bürgermeister Klaus Schneeberger



Dienstag, 16. August 2016

Eine unredliche Politik

Die SPÖ hat sich nunmehr entschlossen, die von der ÖVP lancierte Initiative "Pro Ostumfahrung" zu unterstützen. Verantwortungsvolle Politiker sollten die Gesellschaft einen. Die SPÖ macht wie die ÖVP genau das Gegenteil – sie spaltet die Gesellschaft, indem sie eine mit höchst fragwürdigen Methoden durchgeführte Unterschriftensammlung unterstützt. Eine „Mehrheit“ wird hier gegen eine „Minderheit“ gehetzt. Unterschriften werden gesammelt bei Menschen, die überhaupt nicht betroffen sind. Unterschriften werden jenen abgerungen, die als wirtschaftlich Abhängige in den Diensten des Magistrates bzw. des Krankenhauses stehen.

Gleichzeitig werden Fakten nicht zur Kenntnis genommen, eine Verkehrsentlastung postuliert, die nach den Zahlen der Verkehrsplaner des Landes überhaupt nicht darstellbar ist. Und man ist stolz darauf, ein Projekt zu verwirklichen, das aus der verkehrspolitischen Steinzeit stammt.

Dabei wird völlig ignoriert, dass die Ostumfahrung einerseits nichts bringt, andererseits für hunderte Bürgerinnen und Bürger aus Wiener Neustadt und Lichtenwörth eine enorme Belastung bringt. Und die Zerstörung eines Naturschutzgebietes wird von vielen, die den Naturschutz sonst gerne in ihre politischen Reden einbauen, völlig übersehen.

Montag, 8. August 2016

Ostumfahrung: Tarnen und Täuschen

In der Vorwoche hat eine Initiative pro Ostumfahrung das Licht der Welt erblickt. Schaut man nur ein wenig unter die Oberfläche dieser "Privatinitiative", so wird sogleich die Urheberschaft deutlich: Als Kontaktadresse scheint Neuklostergasse 2 auf (der Sitz der ÖVP Stadt- und Bezirksparteileitung), als Ansprechpartner ein "Verein Bürgerservice", als dessen Obmann laut Vereinsregister ÖVP-Vizebürgermeister Christian Stocker fungiert. Die Internetadresse der Initiative wurde von den "Gorillas" registriert, einer im ÖVP-Umfeld wohlgelittenen Werbeagentur.

Die Homepage der Initiative präsentiert sich mit dünnem Inhalt, verdrehten Fakten, skurrilen Argumenten und einer trügerischen Bildsprache: die Ostumfahrung als idyllisches Landstraßerl. Stattdessen wird die Straße als – an der höchsten Stelle – elfeinhalb Meter hoher Wall die Landschaft verschandeln.

Es spricht nichts dagegen, wenn eine Partei für ein Anliegen wirbt, das sie für richtig erachtet. Unredlich wird es dann, wenn man sich hinter einem Personenkomitee versteckt. Und gänzlich bedenklich wird es, wenn der Bürgermeister die Gemeindebediensteten auffordert, die Forderungen der Initiative Pro Ostumfahrung zu unterschreiben. Wer das Klima am Magistrat kennt, weiß, dass das einem Befehl gleichkommt. Die solcherart gesammelten Unterschriften sind nichts wert.

Aktuelle Leseempfehlung dazu: die "Maximilian I"-Kolumne in den Niederösterreichischen Nachrichten.

Projekt geht in die Zielgerade – UVP steht unmittelbar bevor


Aber das Projekt soll offenbar auf Biegen und Brechen durchgezogen werden - ohne jegliche Rücksicht auf Anrainer und Natur. Das Land verhandelt bereits mit den Lichtenwörthern Landwirten und bietet für die abzutretenden Grundstücke Preise, die das Zigfache über dem Marktwert liegen. Und der niederösterreichische Straßenbaudirektor Josef Decker bestätigt gegenüber Radio Niederösterreich, dass die Unterlagen für das UVP-Verfahren (Umweltverträglichkeitsprüfung) "bereits vorhanden sind". Auf der Homepage des Landes wurde erstmals ein etwas genauerer Übersichtsplan zur Trassenführung veröffentlicht.





Mittwoch, 15. Juni 2016

Die Petition ist auf dem Weg


Hunderte Bürgerinnen und Bürger aus Wiener Neustadt und Lichtenwörth haben in den vergangenen Monaten per Unterschrift ihre Unzufriedenheit mit der umstrittenen Ostumfahrung zum Ausdruck gebracht. Insgesamt haben mehr als 500 Wiener Neustädter und Lichtenwörther die Petition "Ostumfahrung - So nicht!" unterschrieben. Die Petition wurde am Freitag, 12. Juni, an die zuständigen Landespolitiker (LH Dr. Erwin Pröll als Straßenbaureferent, LR Mag. Karl Wilfing als Verkehrsreferent und Landesrat Dr. Stephan Pernkopf als Umweltreferent) per E-Mail gesendet. Die Unterschriften wurden nicht digitalisiert, sondern per Post direkt an Landeshauptmann Pröll geschickt.

In vielen vielen Einzelgesprächen zeigte sich beim Unterschriftensammeln der aufgestaute Missmut über mangelnde Information, nicht vorhandene Bürgerbeteiligung und leere Versprechungen aus der Vergangenheit. Viele Bürgerinnen und Bürger sehen sich mit einer massiven Einschränkung ihrer Wohnqualität, einer Wertminderung ihrer Häuser und einer radikalen Veränderung des Landschaftsbildes in ihrer unmittelbaren Umgebung konfrontiert. Einige Straßenzüge haben praktisch geschlossen unterschrieben. Besonders groß ist die Kritik an der Ostumfahrung naturgemäß in den stark exponierten Stadtteilen (etwa in der Lichtenwörther Straße - einem alten Siedlungsgebiet im Nordosten der Stadt, im Siedlungsgebiet rund um die Stampfgasse sowie im Kleinen Lazarett beim Akademiepark).

Die Unterschriften stammen aus geschätzt 450 Haushalten. Bei einer laut Statistik Austria durchschnittlichen Haushaltsgröße von 2,22 Personen pro Haushalt steht diese Zahl damit repräsentativ für rund 1.000 Personen.

Danke jedenfalls an alle, die beim Sammeln der Unterschriften bzw. beim Verteilen der Flyer geholfen haben - besonderer Dank an Ehepaar H, ST, RB, BS, HH, CB, GN, AG und MG.


Montag, 7. März 2016

Aktuelle Entwicklungen rund um die Ostumfahrung


Wie wir es schon gewohnt sind, werden Entwicklungen, Änderungen und Planungen rund um die Ostumfahrung öffentlich wenig bis kaum kommuniziert. Tarnen und "Information Hiding" statt offensiver Informationspolitik und Bürgerbeteiligung sind nach wie vor das Motto. Im Folgenden wird trotzdem ein Überblick über aktuelle Entwicklungen versucht, wie er sich aus diversen Medienberichten sowie anderen qualifizierten Informationen ergibt.

Doch keine Volksbefragung in Lichtenwörth

In Lichtenwörth gibt es jetzt doch keine Volksbefragung zur Ostumfahrung. Dafür werden juristische Gründe (Ostumfahrung fällt rechtlich nicht in den Zuständigkeitsbereich der Marktgemeinde) geltend gemacht. Das ist schade. Der Lichtenwörther Bevölkerung wurde somit eine Möglichkeit genommen, ihre Meinung zur Ostumfahrung kundzutun. Eine andere Möglichkeit, diese Meinung zu sagen, wurde in den vergangenen drei Wochen sehr wohl genutzt: Eine Flugblattaktion in einigen wenigen Lichtenwörther Straßen und Gassen erbrachte eine durchaus beachtliche Resonanz.

Und wie geht es weiter?

Den weiteren Ablauf hat VP-WN-Klubobmann Philipp Gruber skizziert. Hatte ein Zitat Grubers in den NÖN vor zwei Wochen kurzfristig etwas Hoffnung aufkommen lassen (NÖN: "Es sei noch keine Entscheidung gefallen, ob die Straße tatsächlich gebaut werde."), so ließ sich der Stadtpolitiker eine Woche später in den Bezirksblättern wieder anders zitieren: Demnach erfolgt jetzt eine „Feinabstimmung des Projektes“, dann (wann immer das ist) soll es Gespräche mit Lichtenwörth geben. Wenn diese zielführend sind (was immer das heißen mag), wird es die UVP geben. Was in Grubers Zeitplan nicht vorkommt, sind einerseits Gespräche mit den Lichtenwörther Landwirten, die ja ihre Gründe hergeben müssen. Andererseits werden die Anrainer der Ostumfahrung wieder einmal ignoriert.

Wann kommt jetzt wirklich die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP)?

Eine spannende Frage, auf die es immer wieder unterschiedliche Antworten gibt. Die Wahrheit ist wohl auch in diesem Fall eine Tochter der Zeit. War voriges Jahr die UVP noch für das Schlussquartal 2015 angekündigt worden, hieß es kurz danach: Im 1. Quartal 2016 ist es soweit. Nunmehr klingt das – s. die Wortmeldung des VP-WN-Klubobmannes – wieder etwas anders. Bei der UVP haben unmittelbar betroffene Anrainer, Bürgerinitiativen (dazu müssen 200 Bürgerinnen und Bürger aus den Standortgemeinden unterschreiben) oder anerkannte Umweltorganisationen die Möglichkeit, Einwendungen abzugeben. Was von einem UVP-Verfahren erwartet werden darf, ist wieder eine andere Angelegenheit.  Denn bei der Ostumfahrung sitzen sowohl der „Projektwerber“ (so heißt das juristisch) als auch die UVP-Behörde im Land – das heißt eine (Landes)-Behörde entscheidet über ein Projekt, das eine andere (Landes)-Behörde vorlegt.

Einsprüche gegen den Bescheid der UVP-Behörde sind möglich  - dann liegt die Entscheidung zum Projekt nicht mehr beim Land, sondern beim Bundesverwaltungsgericht.

Mittwoch, 24. Februar 2016

Ostumfahrung: Noch keine Entscheidung gefallen?

Ein erfreulicher Blick in die Niederösterreichischen Nachrichten: Hatte es bis vor kurzem noch geheißen, die Ostumfahrung wird und muss kommen, da fährt die Eisenbahn drüber, so klingt es jetzt aus dem Mund eines relativ hochrangigen ÖVP-Politikers plötzlich ganz anders:

"Aber Philipp Gruber, Klubobmann der ÖVP im Gemeinderat und stellvertretender Klubdirektor der ÖVP Niederösterreich, versichert: Es sei noch keine Entscheidung gefallen, ob die Straße tatsächlich gebaut werde." 

Wenn das so richtig zitiert wurde, dann besteht zumindest ein kleiner Anlass zur Hoffnung.



Donnerstag, 4. Februar 2016

Tu es: Was jede und jeder einzelne tun kann!

Es gibt viele Wege, um sich in die Diskussion einzubringen, die eigene Sichtweise darzustellen, eigene Vorschläge zu bringen, Forderungen zu stellen, Kritik zu üben, mehr Sachlichkeit und Fakten einzufordern oder (alternative) Lösungen einzufordern.

Nutzen Sie diese:


  • Schließen Sie sich unserer Aktivistengruppe an - Nächstes Treffen: Dienstag, 22. August, um 18 Uhr
Allgemeine Tipps:
  • bleiben Sie sachlich und höflich
  • fassen Sie sich möglichst kurz
  • bitten Sie um Antwort auf Ihr Schreiben
  • falls Sie keine Antwort erhalten, fassen Sie nochmals nach

Freitag, 29. Januar 2016

Ostumfahrung: Nicht weniger, sondern mehr Verkehr


Die Diskussion über „Sinn oder Unsinn der Ostumfahrung“ brachte am Donnerstag, 28. Jänner, ein volles Haus (140 Teilnehmer) und eine glasklare Erkenntnis: Die Ostumfahrung bringt’s einfach nicht, jedenfalls nicht das, was von den Befürwortern versprochen wird. Der Verkehr in den diversen Straßen wird nicht weniger, sondern sogar mehr.

Karl Zauner von der Radlobby präsentierte die von den Verkehrsplanern im Auftrag des Landes Niederösterreich (!) erhobenen Zahlen unter anderem am Beispiel der viel diskutierten Nestroystraße. Bei der letzten Verkehrserhebung (2013) wurden täglich 11.600 Fahrzeuge in der Nestroystraße gezählt. Die Ostumfahrung wird nach den Berechnungen der Planer in den kommenden Jahren zu keinem Rückgang des Verkehrs führen. Ganz im Gegenteil: Bis 2030 rechnen die Planer mit einer Zunahme des Verkehrs in der Nestroystraße trotz Ostumfahrung auf 14.200 Fahrzeuge täglich (ohne Ostumfahrung 15.300).

Verkehrsplaner Ulrich Leth räumte in seinem Referat mit dem Lieblings-„Argument“ der Befürworter auf: „Ein Lückenschluss bzw. ein geschlossener Ring ist kein Verkehrskonzept. Für ein Verkehrskonzept braucht es wesentlich mehr“.

Lichtenwörth: Eindeutiges Bekenntnis gegen Ostumfahrung


Für Aufsehen (und viel Applaus) sorgte der Lichtenwörther Bürgermeister. Harald Richter sprach sich eindeutig und unmissverständlich gegen die Ostumfahrung aus. Wegen der herrschenden Windsituation (Nordwest) sieht der Bürgermeister seine Gemeinde als am stärksten von Lärm und Emissionen beeinträchtigt. Der Bau vernichtet viele Hektar wertvollen Boden. Den von der Ostumfahrung betroffenen Landwirten signalisierte der Ortschef eindeutige Hilfe: Die Gemeinde selbst sei Grundstückseigentümer und könne unterstützend tätig werden. Dem anwesenden Projektplaner des Landes Niederösterreich entlockte der Lichtenwörther Bürgermeister das Eingeständnis, dass mit den Landwirten noch nicht einmal gesprochen worden ist.

Fazit: Es geht weiter, die Ostumfahrung ist offensichtlich noch längst nicht in trockenen Tüchern. Es zahlt sich aus, aktiv zu werden bzw. zu bleiben. Unterstützen Sie weiter die Petition "Ostumfahrung - So nicht!"


PS: Danke an die Radlobby, Hannes Höller und Karl Zauner, für die Organisation der Veranstaltung. 

Freitag, 15. Januar 2016

28.1.: Info- & Diskussionsabend zur Ostumfahrung

Geredet wird viel, Diskussionen gibts ebenso viele. Wir freuen uns, dass es uns gelungen ist, eine BürgerInnen-Veranstaltung zur Ostumfahrung zu organisieren. Fachlichen Input liefert ein renommierter Experte, Verkehrsplaner Ulrich Leth von der TU Wien. Der Eintritt ist frei.

PolitikerInnen haben wir angefragt, wir werden hier informieren, wer kommen wird.

Wir freuen uns auf einen regen Austausch. Hinkommen, Infos sammeln und mitreden.
Bitte macht auch Werbung für die Veranstaltung.